Wie beeinflusst Sport das Herz-Kreislauf-System?

Wie beeinflusst Sport das Herz-Kreislauf-System?

Inhaltsangabe

Sport beeinflusst das Herz-Kreislauf-System auf mehreren Ebenen. Regelmäßige Bewegung Herz Kreislauf stärkt den Herzmuskel, verbessert die Durchblutung und senkt langfristig Risikofaktoren wie Bluthochdruck und erhöhtes LDL-Cholesterin.

In Deutschland gewinnt dieses Thema an Bedeutung. Die alternde Bevölkerung und sitzende Lebensstile erhöhen das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie betonen Prävention durch körperliche Aktivität und veröffentlichen Leitlinien zur Sportmedizin.

Dieser Artikel verbindet wissenschaftliche Hintergründe mit praxisnaher Bewertung: Es folgt eine Analyse, wie Sport und Herzgesundheit konkret zusammenhängen, welche Trainingsformen besonders effektiv sind und welche Sicherheitsaspekte zu beachten sind. Leser erhalten eine Bewertung von Ausdauer-, Kraft- und Intervalltraining in Bezug auf Wirksamkeit und Sicherheit.

Ziel ist es, verständlich darzustellen, wie verschiedene Trainingsprogramme physiologische Effekte auslösen, welche Risiken bestehen und wie man sicher sowie effektiv trainiert. Die folgenden Abschnitte behandeln Grundlagen, konkrete Trainingsformen, Prävention und praktische Tipps.

Wie beeinflusst Sport das Herz-Kreislauf-System?

Sport wirkt auf das Herz-Kreislauf-System auf mehreren Ebenen. Kurzfristig ändern sich Puls und Blutdruck, langfristig passt sich der Herzmuskel an. Forschung und klinische Leitlinien liefern Daten zur Wirkung regelmäßiger Bewegung und zur Sicherheit bei verschiedenen Belastungen.

Direkte Effekte auf Herzfrequenz und Blutdruck

Bei Belastung steigen Herzfrequenz und systolischer Blutdruck, das Herzzeitvolumen erhöht sich, um mehr Sauerstoff zu liefern. Der Erholungspuls nach dem Training gilt als praktischer Marker: Je schneller die Frequenz sinkt, desto besser die kardiovaskuläre Fitness.

Unterschiedliche Trainingsformen zeigen verschiedene Reaktionen. Moderates Ausdauertraining führt zu moderaten HF- und BD-Anstiegen. Hochintensive Intervalle lösen stärkere Peaks aus, was bei gesunden Personen belastbare Anpassungen fördert.

Langfristige Anpassungen des Herzmuskels

Regelmäßige Belastung führt zu einer physiologischen Anpassung des Herzens. Bei Ausdauersportlern entsteht oft eine vergrößerte Kammer und ein erhöhtes Schlagvolumen, begleitet von einem niedrigeren Ruhepuls. Diese Erscheinung wird im Alltag als Sportherz beschrieben.

Die Form der Hypertrophie hängt von der Trainingsart ab: Ausdauertraining begünstigt exzentrische Hypertrophie, Krafttraining kann zu konzentrischer Anpassung führen. Parallel verbessern sich Endothelfunktion und Kapillardichte, arterielle Steifigkeit nimmt ab.

Studienlage und wissenschaftliche Belege

Metaanalysen und Empfehlungen der European Society of Cardiology sowie deutscher Leitlinien zeigen konsistente Befunde zugunsten körperlicher Aktivität. Interventionsstudien messen Effekte auf VO2max, Ruhepuls und Blutdruck und liefern belastbare Zahlen zur Wirkung.

Gleichzeitig zeigen sportherz Studien eine Heterogenität in Methoden und Populationen. Unterschiede bestehen zwischen gesunden Probanden und Patienten mit Vorerkrankungen. Die Evidenz Bewegung Herz ist stark, verlangt aber kritische Bewertung der Studiendesigns.

Physiologische Grundlagen des Herz-Kreislauf-Systems

Das Herz-Kreislauf-System bildet die Basis für jede körperliche Leistung. Es versorgt Organe und Muskulatur mit Sauerstoff und Nährstoffen und entfernt Stoffwechselabfälle. Ein grundlegendes Verständnis von Aufbau und Messgrößen macht deutlich, wie Training die Leistung verbessert.

Aufbau von Herz und Blutgefäßen

Das Herz besteht aus zwei Vorhöfen und zwei Ventrikeln. Klappen sorgen dafür, dass das Blut in eine Richtung fließt. Als Pumpe erzeugt das Myokard den Druck, der die Blutströmung antreibt.

Arterien leiten sauerstoffreiches Blut vom Herzen weg. Arteriolen regulieren den Widerstand. In den Kapillaren findet der Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen statt. Venen transportieren das Blut zurück zum Herzen.

Das Endothel kleidet Gefäße aus und wirkt als aktives Organ. Es steuert Vasodilatation und beeinflusst Thrombozytenaggregation.

Wichtige Messwerte: Ruhepuls, Blutdruck, VO2max

Der Ruhepuls gibt Hinweise auf kardiale Effizienz. Normwerte variieren mit Alter, Fitness und Medikamenten. Ein niedriger Ruhepuls deutet häufig auf gute Herzleistung hin.

Der Blutdruck wird in systolisch und diastolisch gemessen. Er bestimmt die Organperfusion. Langfristig beeinflussen erhöhte Werte das Risiko für Gefäßschäden.

Die VO2max ist die maximale Sauerstoffaufnahme und gilt als Goldstandard der kardiorespiratorischen Fitness. Messmethoden reichen von Spiroergometrie bis zu Feldtests.

Wie das System auf körperliche Belastung reagiert

Bei Belastung steigt die Aktivität des Sympathikus. Das führt zu einer höheren Herzfrequenz und gesteigertem Schlagvolumen.

Die Reaktion des Kreislaufs zeigt sich durch gezielte Vasokonstriktion in ruhenden Bereichen und Vasodilatation in arbeitender Muskulatur.

Das Herzzeitvolumen erhöht sich, um den gesteigerten Sauerstoffbedarf zu decken. Bei intensiver Belastung verschiebt sich der Stoffwechsel teilweise in den anaeroben Bereich.

Vorteile von Ausdauertraining für Herz und Gefäße

Ausdauertraining stärkt das Herz und verbessert die Durchblutung. Es steigert die Leistungsfähigkeit bei Alltagsbelastungen und reduziert langfristig das Risiko für kardiovaskuläre Probleme.

Verbesserte Sauerstoffversorgung und Ausdauer

Regelmäßiges Training erhöht die Kapillardichte in der Muskulatur und fördert die mitochondriale Zahl. Das führt zu einer höheren VO2max und zu einem größeren Schlagvolumen. Die Folge ist längere Belastbarkeit und schnellere Erholung nach Anstrengung.

Reduktion von Risikofaktoren wie Bluthochdruck

Aerobe Einheiten helfen, Blutdruckwerte zu senken. Studien zeigen, dass moderates Training den systolischen und diastolischen Druck um mehrere mmHg reduzieren kann. Gleichzeitig verbessern sich HDL- und LDL-Werte, die Insulinsensitivität nimmt zu und Entzündungsmarker sinken.

Beispiele für effektive Ausdauersportarten

  • Zügiges Gehen eignet sich für Einsteiger und ältere Menschen.
  • Joggen, Radfahren oder Schwimmen bieten große Effekte für Kondition und Herz.
  • Rudern und Nordic Walking kombinieren Ausdauer mit Ganzkörperbelastung.

Bei Gelenkproblemen sind gelenkschonende Alternativen wie Schwimmen oder Radfahren sinnvoll. Zur Intensitätssteuerung eignen sich Pulswerte oder die subjektive Belastungsskala. Wer gezielt Ausdauertraining für Herz und Gefäße sucht, profitiert von klaren Zielen und regelmäßigen Einheiten.

Tip: Schon drei bis fünf wöchentliche Einheiten helfen, Blutdruck senken Sport wirksam umzusetzen und zeigen schnelle Effekte bei Fitness und Herzgesundheit.

Joggen Radfahren Schwimmen Herz bieten variantenreiche Wege, um Ausdauer zu verbessern und das kardiovaskuläre System zu stärken.

Krafttraining und seine Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System

Krafttraining ergänzt Ausdauersport durch andere Reize. Es fördert Muskelkraft und Körperstabilität, während es zugleich Effekte auf Herz und Gefäße ausübt. Im Alltag wirkt sich Widerstandstraining Herz fördernd auf Beweglichkeit und Belastbarkeit aus.

Unterschiedliche Anpassungen gegenüber Ausdauertraining

Kraftarbeit führt meist zu konzentrischen Anpassungen der Muskulatur und zu Muskelzuwachs. Der Herzmuskel passt sich moderat an; die maximale Herzgröße verändert sich seltener als bei klassischem Ausdauertraining.

Bei intensiven Sätzen können kurzzeitige Blutdruckspitzen auftreten. Solche Belastungen lassen sich mit kontrollierten Wiederholungen und angemessener Intensität reduzieren. Kombinationstraining vereint die Vorteile beider Trainingsarten und verbessert die Gesamtfitness.

Vorteile für Gefäßstabilität und Stoffwechsel

Mehr Muskelmasse erhöht den Grundumsatz und verbessert die Glukoseaufnahme. Das trägt zum positiven Muskelaufbau Stoffwechsel bei und reduziert metabolische Risikofaktoren wie Insulinresistenz.

Widerstandstraining kann viszerales Fett reduzieren und das Lipidprofil verbessern. Langfristig stärkt es die arterielle Gesundheit und stabilisiert Gefäße durch geringere Entzündungsmarker.

Sicherheitsaspekte für Menschen mit Herzproblemen

Patienten mit koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck sollten ein individuelles Programm erhalten. Ärztliche Abklärung und Abstimmung mit Kardiologen oder Reha-Kliniken ist ratsam.

Atemtechnik ist wichtig: Pressen und Valsalva-Manöver vermeiden, moderate Gewichte und kontrollierte Bewegungen wählen. Herzsportgruppen und zertifizierte Reha-Anbieter in Deutschland bieten strukturierte Programme mit fachlicher Betreuung.

Intervalltraining: Effizienz und Herzgesundheit

Intervalltraining bringt in kurzer Zeit starke Reize für das Herz-Kreislauf-System. Viele Sportler und Trainer schätzen die hohe Effizienz, die schnelle Anpassungen bei Ausdauer und Stoffwechsel ermöglicht. Wer Intervalltraining in den Alltag integriert, profitiert von klar messbaren Fortschritten.

Warum das Herz bei intensiven Intervallen stark gefordert wird

HIIT führt zu wiederholten Spitzen in der Herzfrequenz. Das Herzzeitvolumen steigt rasant, das sympathische Nervensystem wird stark aktiviert. Diese Belastungen erzeugen kardiovaskuläre Anpassungen, die in kurzer Zeit die Leistungsfähigkeit erhöhen.

Vor- und Nachteile im Vergleich zu moderatem Training

  • Vorteile: Intervalltraining Vorteile zeigen sich in Zeitersparnis, schneller Verbesserung der VO2max und besserer Insulinsensitivität.
  • Nachteile: Höheres akutes Risiko für Arrhythmien bei Risikogruppen und größere muskuläre Belastung.
  • Anwendung: Gesunde Erwachsene profitieren oft stark, bei Herzpatienten ist ärztliche Abklärung nötig.

Empfohlene Protokolle und Anpassung an das Fitnesslevel

  1. 4×4-Minuten-Intervall: 4 Minuten intensiv (85–95% HFmax), 3 Minuten aktive Erholung. Guter Einstieg für fortgeschrittene Ausdauersportler.
  2. Tabata-Varianten: 20 Sekunden Arbeit, 10 Sekunden Pause. Diese Form verbessert Tabata VO2max und bietet hohe Stoffwechselwirkung.
  3. Progression: Mit moderater Intensität starten, Dauer und Intensität schrittweise erhöhen, Pausenlängen individuell anpassen.

Zur Steuerung eignen sich Pulsbänder, Smartwatches oder Laktatmessungen. Trainierende sollten Rücksprache mit einem Trainer oder Arzt halten, wenn Vorerkrankungen bestehen. So bleibt der Trainingsreiz effektiv und das Risiko überschaubar.

Sport als Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Regelmäßige körperliche Aktivität reduziert viele Risikofaktoren. Sie stärkt das Herz, verbessert die Gefäßfunktion und senkt Entzündungsmarker. Diese Effekte tragen zur Prävention Herz-Kreislauf-Erkrankungen Bewegung bei und sind Grundlage moderner Gesundheitsstrategien.

Reduktion von Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko

Epidemiologische Studien zeigen, dass aktive Menschen seltener an koronarer Herzkrankheit oder Schlaganfall leiden. Bewegung stabilisiert atherosklerotische Plaques und verbessert die Endothelfunktion. Weniger Entzündung im Gefäßsystem senkt die Wahrscheinlichkeit akuter Gefäßereignisse.

Einfluss auf Cholesterin, Blutzucker und Gewicht

Regelmäßige Bewegung führt zu günstigeren Blutfettwerten. LDL sinkt moderat, HDL steigt an. Durch verbesserte Insulinsensitivität sinkt das Risiko für Typ-2-Diabetes.

Körperliche Aktivität reduziert Viszeralfett. Weniger Bauchfett wirkt sich positiv auf Blutdruck und Stoffwechsel aus. Das Zusammenspiel dieser Effekte verringert das Gesamt-Kardiovaskulärrisiko.

Empfohlene Bewegungsdosen laut Leitlinien

Weltweit gelten ähnliche Richtwerte: mindestens 150–300 Minuten moderate oder 75–150 Minuten intensive aerobe Aktivität pro Woche. Muskelstärkende Übungen an zwei oder mehr Tagen ergänzen das Training. Diese Empfehlungen erscheinen in den Leitlinien WHO Bewegung und prägen die nationale Bewegungsempfehlung Deutschland.

Regelmäßigkeit ist entscheidend. Tägliche Aktivität und kürzere Bewegungsphasen über den Tag reduzieren Sitzzeiten. Ältere Menschen und Personen mit Einschränkungen sollten Programme wählen, die Gleichgewicht und Stabilität fördern.

Individuelle Anpassungen sind wichtig. Ärztliche Beratung hilft bei Vorerkrankungen. Mit klaren Zielen lassen sich Prävention Herz-Kreislauf-Erkrankungen Bewegung, Leitlinien WHO Bewegung und Bewegungsempfehlung Deutschland praktisch im Alltag umsetzen.

Wann Bewegung dem Herzen schaden kann

Sport bringt viele Vorteile. In einigen Situationen kann körperliche Belastung aber Risiken mit sich bringen. Wer Warnzeichen beachtet und Kontraindikationen kennt, schützt sich besser vor Komplikationen.

Warnzeichen und Kontraindikationen

Akute Signale wie Brustschmerzen, unerklärliche Atemnot, plötzlicher Schwindel, Synkopen oder starke Palpitationen erfordern sofortiges Abbrechen der Übung und ärztliche Abklärung. Diese Warnzeichen Herzprobleme Sport sind nicht zu unterschätzen.

Temporäre Kontraindikationen umfassen akute Infektionen mit Fieber, unbehandelten Bluthochdruck und eine dekompensierte Herzinsuffizienz. Bei solchen Zuständen erhöht sich das Risiko deutlich. Personen sollten in diesen Phasen auf Training verzichten.

Risikogruppen: Alter, Vorerkrankungen, Medikamente

Senioren und Menschen mit bekannter koronarer Herzkrankheit, Herzklappenerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen tragen ein größeres Risiko beim intensiven Sport. Diabetes mit Folgeerkrankungen erhöht die Belastung zusätzlich.

Medikamente wie Betablocker verändern die Herzfrequenzantwort, Antikoagulanzien steigern das Blutungsrisiko bei Kontakt- oder Kampfsport. Das Wissen um solche Wirkungen reduziert Risiken Sport Herz.

Träger von implantierten Geräten wie Schrittmachern oder ICDs sollten bestimmte elektromagnetische Felder und belastende Sportarten meiden. Eine individuelle Beratung durch den Kardiologen ist hier essenziell.

Notwendigkeit ärztlicher Abklärung vor intensiven Programmen

Vor dem Einstieg in intensive Trainingsprogramme empfiehlt sich eine kardiologische Untersuchung bei Risikofaktoren oder Symptomen. Ruhe-EKG, Belastungs-EKG und Echokardiographie liefern wichtige Informationen.

Strukturierte Angebote wie Herzsportgruppen oder kardiologische Rehabilitation bieten sicheren Zugang zur Bewegung. Diese Programme reduzieren Unsicherheit und helfen, Kontraindikationen Training Herzpatienten systematisch zu berücksichtigen.

  • Bei Alarmzeichen sofort pausieren und Arzt kontaktieren.
  • Medikamenteneffekte vor Trainingsbeginn besprechen.
  • Vorsorgeuntersuchungen nutzen, wenn Risikofaktoren bestehen.

Praktische Tipps für sicheren und effektiven Sport im Alltag

Eine klare Planung hilft beim Start: realistische Ziele setzen, etwa 30 Minuten moderate Aktivität an fünf Tagen pro Woche. Ein ausgewogener Trainingsplan kombiniert Ausdauer-, Kraft- und Beweglichkeitsübungen. Für Einsteiger ist ein einfacher Trainingsplan Anfänger Herz nützlich, der schrittweise Dauer und Intensität steigert.

Vor jedem Training fünf bis zehn Minuten aufwärmen reduziert Verletzungen und bereitet Herz und Muskeln vor. Bei Kraftübungen liegt der Fokus auf sauberer Technik und langsamer Progression. Periodisierung mit belastungsarmen Wochen und mindestens einem Ruhetag schützt das Herz und fördert nachhaltige Anpassungen.

Zur Kontrolle eignen sich Herzfrequenzmesser, Pulsgurte oder Smartwatches; die subjektive Anstrengungsskala (RPE) ergänzt technische Werte. Viele Menschen nutzen Apps oder Angebote von der Deutschen Herzstiftung und Krankenkassen wie AOK oder BARMER zur Orientierung. Für Herzpatienten sind sichere Übungen Herzpatienten wichtig und sollten idealerweise mit Physiotherapeuten oder kardiologischer Beratung abgestimmt werden.

Alltagsintegration erhöht die Adhärenz: aktives Pendeln, Treppensteigen und kurze Intervalleinheiten in Pausen sind effektiv. Bei Symptomen wie Brustschmerzen oder ungewöhnlicher Atemnot sofort stoppen und ärztliche Abklärung suchen. Flüssigkeits- und Ernährungsgrundlagen sowie mögliche Wechselwirkungen von Medikamenten (etwa Betablocker) beachten. Schrittweises Vorgehen und fachliche Unterstützung stärken Herzgesundheit langfristig.

FAQ

Wie schnell merkt man Verbesserungen des Herz-Kreislauf-Systems durch Sport?

Erste Effekte wie ein gesenkter Ruhepuls und bessere Erholungswerte sind oft nach 4–6 Wochen regelmäßigen Trainings sichtbar. Deutliche Veränderungen von VO2max oder Blutdruckmessungen zeigen sich meist nach 8–12 Wochen, abhängig von Intensität, Trainingsform und Ausgangsfitness. Individuelle Faktoren wie Alter, Medikamenteneinnahme (z. B. Betablocker) und Vorerkrankungen beeinflussen das Tempo der Anpassung.

Welche Trainingsformen sind am besten zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen geeignet?

Aerobe Ausdaueraktivitäten wie zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen oder Rudern sind besonders wirksam. Empfehlenswert ist eine Kombination aus 150–300 Minuten moderater oder 75–150 Minuten intensiver Aktivität pro Woche plus muskelstärkende Einheiten an 2 Tagen. Krafttraining ergänzt die Wirkung durch Verbesserung von Stoffwechsel und Körperzusammensetzung.

Ist HIIT sicher für Menschen mit erhöhtem Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko?

HIIT kann sehr effektiv sein, birgt aber höhere akute Belastungsspitzen. Personen mit Risikofaktoren, bekannter KHK, Herzinsuffizienz oder unklaren Symptomen sollten vorher kardiologisch abklären lassen. Gegebenenfalls ist eine angepasste, überwachte Form von Intervalltraining im Rahmen einer Rehabilitation oder unter medizinischer Aufsicht sinnvoll.

Welche Messwerte geben zuverlässig Auskunft über die kardiovaskuläre Fitness?

Wichtige Parameter sind VO2max (Goldstandard für kardiorespiratorische Fitness), Ruhepuls und Blutdruck. Erholungspuls nach Belastung und Belastungs-EKG oder Spiroergometrie liefern aussagekräftige Daten. Wearables liefern zusätzliche Hinweise, ersetzen aber bei Risikopersonen nicht die medizinische Diagnostik.

Wie unterscheiden sich die Herzanpassungen bei Ausdauer- und Krafttraining?

Ausdauertraining fördert exzentrische Herzhypertrophie mit größerem Schlagvolumen und niedrigerem Ruhepuls („Sportherz“). Krafttraining führt eher zu konzentrischen Anpassungen und kann während maximaler Belastung höhere Blutdruckspitzen erzeugen. Die Kombination beider Trainingsformen bringt oft die umfassendsten gesundheitlichen Vorteile.

Welche Warnzeichen deuten darauf hin, dass Sport dem Herzen schaden könnte?

Sofortige Trainingspause und ärztliche Abklärung sind bei Brustschmerzen, unerklärlicher Atemnot, plötzlichem Schwindel, Synkopen oder starken Palpitationen notwendig. Auch akute Infekte, fiebrige Erkrankungen oder dekompensierte Herzinsuffizienz sind Kontraindikationen für Belastung.

Welche Rolle spielen Leitlinien und Studien bei der Trainingsplanung?

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und Empfehlungen der European Society of Cardiology stützen Trainingsempfehlungen. Metaanalysen und Interventionsstudien belegen Effekte auf VO2max, Blutdruck und Lipidprofil. Dennoch sind Studien heterogen; individuelle Anpassung bleibt zentral.

Wie lässt sich das Training alltagstauglich integrieren?

Kleine Maßnahmen wie aktives Pendeln, Treppensteigen oder kurze Intervall-Einheiten während der Pausen erhöhen die Gesamtaktivität. Realistische Ziele (z. B. 30 Minuten an 5 Tagen), feste Termine, Trainingspartner und variierende Aktivitäten helfen bei der Einhaltung. Apps und zertifizierte Programme der Krankenkassen können unterstützen.

Muss man vor Beginn eines intensiven Programms kardiologisch untersucht werden?

Bei Risikofaktoren (Alter, kardiovaskuläre Vorerkrankungen, Diabetes mit Komplikationen) oder Symptomen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Empfohlen sind Ruhe-ECG, Belastungs-EKG oder Echokardiographie je nach Fragestellung. Für Herzpatienten bieten Herzsportgruppen und kardiologische Rehabilitation strukturierte, sichere Einstiege.

Welche Sicherheitsregeln gelten beim Krafttraining für Herzkranke?

Vermeiden von Pressen (Valsalva), Isometrie und extremen Maximallasten; Fokus auf kontrollierte Wiederholungen, moderate Gewichte und korrekte Atmung. Individuelle Anpassung in Absprache mit Kardiologen und Einsatz betreuter Reha-Angebote oder zertifizierter Trainer wird empfohlen.

Wie beeinflusst Sport Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Cholesterin und Diabetes?

Regelmäßige körperliche Aktivität senkt systolischen und diastolischen Blutdruck um mehrere mmHg, verbessert das Lipidprofil (HDL↑, LDL↓ leicht) und erhöht die Insulinsensitivität. Zudem reduziert Bewegung Viszeralfett und Entzündungsmarker, was das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse mindert.

Welche Geräte oder Apps eignen sich zur Trainingssteuerung?

Herzfrequenzmesser, Pulsgurte und Smartwatches (z. B. Garmin, Polar, Apple Watch) sind praktisch zur Intensitätskontrolle. Ergänzend ist die subjektive RPE-Skala nützlich. Bei klinischer Relevanz sollten Messdaten mit medizinischen Untersuchungen abgeglichen werden.

Gibt es altersabhängige Empfehlungen für Herzgesundheit durch Sport?

Ja. Für ältere Menschen sind angepasste Programme mit Fokus auf Ausdauer, Kraft, Gleichgewicht und Beweglichkeit wichtig. Intensität und Volumen sollten individuell reduziert und langsam aufgebaut werden. Regelmäßige ärztliche Kontrollen und Präventionsangebote der Krankenkassen sind sinnvoll.
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